Interview mit Lilly von Treuenfels

18 Jahre alt, Vize-Europameisterin und Weltenbummlerin. Lilly von Treuenfels ist die deutsche Nachwuchssurferin. Eine tolle Sportlerin, die schon früh begonnen hat, gezielt zu trainieren und die mit ganzer Hingabe surft. Geboren 1999 in Südafrika, aufgewachsen in Hamburg, lebte sie schon an vielen exotischen Orten. Surfen gelernt hat sie im Alter von 10 Jahren auf Barbados, wo sie ein Jahr lang mit ihrer Familie wohnte. Genauso fühlt sie sich aber auch in den Wellen Südeuropas, Costa Ricas und der Kanaren Zuhause. Ihre noch junge Karriere krönte sie mit dem Vizetitel bei den diesjährigen Europameisterschaften in Norwegen. Für die Sylt Open 2017 hat Lilly erneut das warme Wasser gegen die kalte Nordsee getauscht. Ein Grund für uns, sie zum Interview zu bitten.

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Vor einigen Jahren hatten wir Lilly als Mitfahrerin auf den Weg nach Frankreich mitgenommen ohne damals so recht zu ahnen, wen wir da an Bord unseres ruckelnden Wohnmobils hatten. Umso mehr freuen wir uns, dass Lilly sich Zeit für eine Unterhaltung genommen hat.

Isa: Hallo Lilly, herzlichen Glückwunsch zu deinen Erfolgen! Du bist grade Vize-Europameisterin in Norwegen geworden und auch Zweite bei den Sylt Open! In Dänemark hast du sogar einen Contest gewonnen. Wie war es für dich in der Nordsee zu surfen? War es das erste Mal?

Lilly: Im kalten Wasser zu surfen hat schon seinen Reiz, aber mir wird immer recht schnell kalt. Ich war vor allem überrascht, wie gut die Wellen hier oben werden können. Davor war ich erst ein paar Mal auf Sylt und einmal in Dänemark surfen. Und natürlich in Norwegen bei der Europameisterschaft im Oktober.

Foto: Tim Surtmann

Du warst ja gerade viel im Norden unterwegs. Gibt es außer der Kälte viele Unterschiede zu den Contests an denen du sonst teilnimmst?

Ich war sehr positiv überrascht, wie gut die Sylt Open und auch der Wettkampf in Dänemark organisiert sind. Weil nicht so viele Teilnehmer wie bei den lokalen Contests auf den Kanaren dabei sind, hätte ich das nicht erwartet. Sonst ist es aber sehr ähnlich.

Surfen wird ja häufig eher als Männersport wahrgenommen. Langsam habe ich aber das Gefühl, man trifft selbst in der Nordsee mehr und mehr Mädels im Lineup. Hast du das Gefühl die Zahl und das Niveau steigen, sowohl beim Freesurfen als auch im Contest?

In Dänemark waren sehr viele Mädchen dabei, das war echt cool. Es gibt mittlerweile definitiv mehr Mädchen, die surfen. Im Freesurf noch mehr als im Contest. Das Niveau, vor allem weltweit, steigt rapide. Von dem Powersurfen der Mädchen und Frauen auf der Tour zum Beispiel kann ich sehr viel lernen.

Schön zu hören, dass auch du das beobachtest. Ich war neulich das erste Mal in Dänemark nur mit Mädels im Wasser, das war schon erstaunlich. Hast du durch deine Erfahrungen irgendwelche Tipps für die surfenden deutschen Mädels (und Jungs) da draußen?

Einfach raus da. Egal, ob es kalt ist, riesig oder flat. Geh einfach kurz ins Wasser, selbst wenn es nur für 30 Minuten im Weißwasser ist. Es ist immer besser surfen zu gehen, denn bald darauf sitzt man wieder in Deutschland und wünscht sich nichts sehnlicher als Surfen zu gehen.

Du hast mit deiner Familie ein Jahr lang auf Barbados gelebt. Wie kam es, dass du mit dem Surfen angefangen hast?

Genau, ich habe auf Barbados Surfen gelernt. Mein Vater hat mich mitgenommen und es hat mir sofort super viel Spaß gemacht. Auf Barbados ist das Wasser natürlich auch warm und es gibt Spots, an denen die Wellen nicht so stark und durcheinander sind, wie oft in Frankreich oder Dänemark. Es war also ein wesentlich angenehmeres Lernumfeld.

Ohja, das kann ich mir vorstellen! Dänemark war auch für mich am Anfang nicht leicht, aber Durchhalten ist alles. Was bedeutet surfen für dich?

Ich bewundere echt alle, die mit dem Surfen hier angefangen haben und auch dabeigeblieben sind.

Surfen steht für mich für Spaß, Freunde, Natur und Sport. Neben meiner Familie sind diese vier Dinge sehr wichtig für mich. Dass ich sie alle im Surfen wieder finde, ist einfach mega gut!

Magst du uns verraten was bisher deine Lieblingssurforte sind?

Meine Lieblingssurforte sind bis jetzt die Malediven und Barbados. Aber wer weiß, vielleicht kann ich weiterhin so viel reisen und finde noch Orte, die mir besser gefallen. Ich glaube aber die zwei Orte sind echt schwer zu toppen.

Du hast gerade dein Abitur auf den Kanaren gemacht und machst zurzeit in Norddeutschland deinen Führerschein, was kommt danach? Surfen steht in nächster Zeit doch bestimmt weit oben auf deinem Plan?

Erst mal werde ich auf den ABC (Aruba, Bonaire und Curaçao) Inseln meine Eltern besuchen.  Dort gibt es auch Wellen und es ist auch nicht weit zu den anderen Karibikinseln. Also werde ich erstmal dort surfen und Praktika machen. Danach möchte ich nächstes Jahr gerne studieren, wo bin ich mir aber noch nicht sicher.

Du bist schon viel gereist, wurdest in Südafrika geboren, warst dann in Hamburg, Barbados, Frankreich, den Kanaren. Hast du eine Heimat oder mehrere Orte, die dieses Gefühl in dir auslösen?

Im Moment bin ich mal hier und mal dort, aber aufgewachsen bin ich hauptsächlich in Hamburg. Für mich ist Heimat kein Ort, sondern eher das Gefühl, das ich habe, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die ich gerne habe. Meine Familie und Freunde.

Was sind beim Contest Surfen deine Ambitionen, ist Olympia ein Thema für dich?

Es gibt zwei Seiten, einerseits kann Olympia eine große Chance für den Surfsport darstellen (auf sportlicher und kommerzieller Ebene). Andererseits kann natürlich argumentiert werden, dass die Kommerzialisierung des Sports etwas von dem lockerem Lifestyle des Surfens wegnimmt. Ob Olympia ein Thema für mich ist, kann man noch gar nicht sagen. Das Olympische Komitee hat sich zu dem Qualifikationsvorgang noch nicht geäußert, also müssen wir einfach abwarten.

Super spannend! Dann drücken wir die Daumen, dass der Qualifikationsvorgang in deinem Interesse ist!

Haha Danke!

Du warst jetzt einige Zeit bei uns im Norden und dabei auch sehr erfolgreich. Kommst du auch zu den nächsten Sylt Open?

Natürlich, ich muss ja versuchen den 1. Platz zu erreichen.

Super Antwort! Da wünschen wir dir auf jeden Fall nur das Beste. Und dürfen wir dich vielleicht bald schon wieder in der Nordsee sehen?

Danke. Also bis Februar nicht, aber vielleicht danach. 😀

Danke Lilly, dass du dir die Zeit für unser Gespräch genommen hast. Ich wünsche dir gute Wellen und noch viele Erfolge!


Unser neuer Kalender für 2018 ist da!

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