Es freut uns, dass du uns liest, aber komm bitte nie hierher

Es gibt viele Surfer, aber nur wenige gute Wellen. Surfen ist ein Wettbewerb um eine begrenzte Ressource. Also wie berichtet man über Surftrips, Wellen und Spots ohne das zu zerstören, was wir lieben? Diese Frage ist in den letzten Wochen auch für uns immer relevanter geworden. Ob in den sozialen Netzwerken, auf unserer Webseite oder per Mail taucht immer öfter die Frage auf, wo wir denn dieses oder jenes Bild aufgenommen haben. Auch Kritik daran, was wir machen, ist dabei. Wir würden zu viel verraten und dürften uns über volle Line-Ups im Norden nicht wundern. Dies ist der Versuch unseren Standpunkt zu zeigen und über das Thema zu reden. Wir wollen wissen, was ihr denkt.

Das Problem ist fast so alt, wie das Surfen selbst. Seit das moderne Surfen die Welt erobert hat und Magazine Fotos abdrucken, ist ein Kampf um Wellen ausgebrochen, der an vielen Orten aggressive Locals, respektlose Touristen und einen in keiner anderen Sportart zu findenden Protektionismus ausgelöst hat. Es gibt heute Spots, die ausschließlich Locals vorbehalten sind, von denen keine Bilder im Netz geduldet werden. Die Bilder weniger problematischer Spots werden mit möglichst ungenauen Bildunterschriften versehen und nur die wirklich bekannten Spots werden auch beim Namen genannt. Die dazugehörige Diskussion ist auch für unsere Ostsee und Nordsee nicht neu, aber noch immer aktuell.

Die besten Wellen sind das Ziel

Unser Ziel ist es die besten Wellen in unseren heimischen, unperfekten Gewässern zu finden. Dazu gehören viele gefahrene Kilometer und die so gewonnene Erfahrung durch erfolgreiche und erfolglose Trips. Und wir wollen von diesen Surftrips erzählen, mit Worten und Bildern. Wir möchten Neugier wecken und dazu anregen, die bekannten Pfade zu verlassen. Deshalb verzichten wir darauf die Spots zu benennen, unsere Bilder sollen im besten Fall Anregung sein, aber nicht zu viel verraten. Was wir sagen, beschränkt sich meistens auf Dänemark, Nordsee oder Ostsee oder Schleswig-Holstein. Auch die bekanntesten Spots wie Klitmöller oder Weissenhaus nennen wir hin und wieder. Darüber hinaus geht es bei uns jedoch nicht.

Unser Ziel sind die besten Wellen des Nordens und das bedeutet für uns, dass wir nicht die guten Bilder zurückhalten wollen und dafür die durchschnittlichen Bilder bekannterer Spots posten. Das widerspricht dem, was wir wollen. Soweit wir wissen, ist dies in etwa auch die Haltung der anderen Blogs und Seiten im Norden. coldwatermag ist noch immer eine der jüngeren Seiten im Norden und Bilder geheimerer Spots tauchten bereits vor uns auf den bekannten Seiten auf.

Verräterische Bilder

Zu unseren liebsten Bildern gehört der Line-Up Shot. Ein Bild auf dem eine oder mehrere Wellen und der gesamte Peak zu sehen sind, dazu ein Gegenstand oder eine markante Landschaft im Vorder- oder Hintergrund. Auch Bildern auf denen die Action und ein Surfer im Vordergrund stehen, können wir viel abgewinnen. Unser Favorit ist und bleibt jedoch das Bild eines ganzen Line-Ups. Das ist manchmal problematisch, denn das, was auf dem Bild zu sehen ist, zeigt hin und wieder verräterisch deutlich, wo wir waren. Allein die Perspektive reicht schon mal aus. Wir versuchen auf unseren Bildern dies nicht zu deutlich zu zeigen, der Versuch kann jedoch immer nur ein Kompromiss bleiben. Wer einen Spot finden will, wird ihn finden. Mit viel Fahrerei, Erfahrung und Google Earth.

Unser coldwatermag stößt auf euer Interesse, das merken wir an den Zugriffszahlen, vor allem aber an den Rückmeldungen, die wir bekommen. Die allermeisten davon sind positiv, ein paar wenige auch negativ oder kritisch. Wir merken jedoch auch, dass sich eine erhöhte Sensibilität breit macht. Das mag an vollen Line-Ups sogar unter Woche im Winter liegen. Auf die immer häufigeren Fragen nach den Spots zu den Fotos reagiert die „Community“ oft schneller als wir. Meist mit der Bitte doch selbst auf die Suche zu gehen. Das ist auch unsere Haltung und doch trifft uns hin und wieder der Vorwurf wir würden zu viel verraten. Verstehen können wir beide Seiten. Die, die nicht die Zeit und Möglichkeiten haben, während kurzlebiger Swells stundenlang die Küste abzufahren und gerne mehr Infos bekommen würden als wir geben möchten. Und die, die Angst haben, die besten und letzten geheimen Spots bald mit dutzenden Anderen teilen zu müssen.

Ein Teil des Problems

Wir glauben, dass wir, wenn wir unsere Sache gut machen, immer auch zum Problem immer vollerer Line-Ups beitragen werden. Das zu verhindern wird nicht möglich sein, solange es coldwatermag gibt. Was wir aber tun können, ist es unseren Lesern nicht zu einfach zu machen. Wir zeigen unsere schönsten Bilder und besten Wellen, doch verzichten auf eine genaue Nennung der Spots. Die Alternativen, die wir sehen, sind bisher keine für uns gewesen. Wir wollen nicht die besten Bilder zurückhalten oder nur noch über mittelmäßige Sessions schreiben. Unsere Bilder zeigen mehr als manch einem lieb ist und der Versuch eine zu markante Landschaft aus dem Bild herauszuhalten, kann bei unserem Fotografiestil immer nur ein Kompromiss bleiben.

Sagt uns, was ihr denkt

Uns interessiert eure Meinung! Was denkt ihr zu dem Thema? Hinterlasst uns eure Gedanken, hier, auf Facebook oder schreibt uns eine Mail an info@coldwatermag.com. Was wir nicht wollen ist Ärger in der Community, mit dänischen oder deutschen Locals oder Ärger über das, was wir machen. In den letzten zwei Jahren durften wir auch durch coldwatermag viele liebe und interessante Menschen kennen lernen und wollen damit auch in Zukunft weitermachen. Deshalb freuen wir uns zu lesen, was ihr denkt und auch über konstruktive Kritik.

Lasst uns alle fair und respektvoll bleiben: Im Wasser, an Land und im Internet. In Zeiten immer vollerer Line-Ups sind die 10 goldenen Regeln wichtiger denn je.

Isa und Clemens

 

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8 Responses

  1. Daniel von Soulmush

    Schön dass Ihr das thematisiert auch wenn ich als nicht-und-nirgendwo-local da auch nicht wirklich mitreden kann. Ich für meinen Teil denke aber dass Kritik hier recht unangebracht ist da Ihr nie konkret werdet, wo was bei welchen Bedingungen aufgenommen wurde. Wer auch nur ein bisschen Grips und das nötige Verständnis der zur Verfügung stehenden Technologie hat, findet selber raus wo er auf die Suche gehen muss. Es gehört ja nunmal etwas mehr dazu, als zu wissen wo welches Foto geschossen wurde.

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    • Isa

      Hey Daniel,
      danke für deine Nachricht! Wenn wir unsere Sache gut machen ist es schon klar, dass wir mehr Leute erreichen und auch mehr Menschen zu den Spots fahren würden. Und du hast vollkommen Recht, wer wirklich will wird sich mit Googel und Forecast durchkämpfen. Aber gerade diese Suche und eigene Erfahrung macht ja auch den Reiz des Surfens aus. Also bleiben weiterhin wage 😉

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  2. Pana

    Hey ihr Lieben,

    Sehr schönes Thema! Cool, dass ihr darüber schreibt!

    Mir geht es selber auch oftmals so wie euch, aber ich denke, dass wir da wirklich einen guten Kompromiss finden, indem wir nur die sowieso bekannten Spots nennen und sie oftmals ja auch erläutern und Anfänger vor schwierigeren Spots auch warnen.

    Unbekanntere Spots oder die heiligen Secret Spots können immer noch selbst erkundet werden, was den Search ja auch noch lebendig sein lässt!

    Generell finde ich es auf jeden Fall wichtig, dass wir alle, egal welcher Blogger, Surfer, Reporter oder was auch sonst, immer den Respekt vor dem Spot und den anderen Surfern bewahren und keine unbekannteren Spots preisgeben! Schon zweimal nicht aufgrund von irgendwelchen Geldeinnahmen… das würde dem Spirit des Surfs ja sehr widersprechen und darf einfach nicht sein meiner Meinung nach! Aber für Surferherzen ist das selbstverständlich glaube ich!

    Danke für euren super Post!

    Liebe Grüße, Pana

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    • Isa

      Pana, vielen Dank für deine Sicht! Das stimmt, bestimmte Spots und dann auch noch in Kombination mit Forecasts verraten und daraus auch noch Profit schlagen geht gar nicht. Und macht vor allem die Seele dieses Sportes kaputt, am Ende hat niemand etwas davon. Respekt vor einander im Wasser und auch außerhalb ist auch wichtig und eben die Suche, Glück und Pech, gute und schlechte Tage, all das gehört nun mal dazu. Liebe Grüße zurück!

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  3. bine

    Eine wichtige Frage die uns Meerliebhaber alle beschäftigt und von euch wundervoll beantwortet und auf den Punkt gebracht!

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  4. heidi@meerdavon.com

    Super Beitrag zu einem wichtigen Thema, vielen Dank dafür!
    Ich überlege bei meinen Beiträgen auch oft, welche Surf Spots man preisgibt und welche doch lieber für sich behält. Mein Ansatzpunkt: Nur wirklich bekannte und prominent auf gängigen Forecast Webseiten erwähnte Spots nenne ich. Unbekanntere Spots, die man nur über größere Umwege findet und die noch leer sind, behalte ich für mich – aus Respekt vor den Locals und egoistischem Eigeninteresse an wenigstens ein paar leeren Peaks da draußen 😉

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    • Isa

      Liebe Heidi, genau so versuchen wir es auch zu halten. Und wie du schon erwähnst aus mehreren Gründen.. So ganz unegoistisch ist da wohl kein Surferherz 😉

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